Gute Beziehungen als Konfliktlöser

In unserm Artikel „Konflikte – Stress … ein Kreislauf?“ haben wir vom Konflikt mit einer Kollegin berichtet. Haben von Überlegungen geschrieben, die uns auf der Suche nach der Lösung umtreiben… Dabei war uns klar, Konflikte entstehen auf der Beziehungsebene. Also müssen sie auch hier gelöst werden. Doch was hindert uns daran?
Puhh: Gefühle zu zeigen! – welche Ängste begleiten uns auf diesem Weg? Sind es vielleicht Gedanken wie:

„Ich zeige Schwäche, wenn ich einen Fehler eingestehe“ oder „Ich verliere mein Gesicht“ oder auch „werde ich meiner Position gerecht? Was denken sie nun von mir?“

Die Qualität unserer Beziehungen – sei es beruflich oder privat – nimmt also großen Einfluss auf unser Konfliktverhalten.

Also?          Arbeiten Sie an Ihren Beziehungen!

Im Laufe des Tages schlüpfen wir in verschiedene Rollen. Da sind wir z. B. Partner, Vater/Mutter, Kollege, Kollegin oder Vorgesetze/r.

Wichtig ist dabei, in jeder Rolle authentisch zu sein. Ehrlichkeit und Verlässlichkeit sind Grundvoraussetzung. Genau wie der wertschätzende und respektvolle Umgang miteinander. Das macht uns kalkulierbar für unsere Umwelt, sorgt also für eine gewisse Klarheit. Und was können wir darüber hinaus für eine gute Beziehung tun?

Reflektieren Sie Ihr Handeln

Überlegen Sie doch mal, was Sie zum guten Klima in Beruf und privatem Umfeld beitragen. Über eine Verabredung zum Kaffee oder Tee in der Büroküche oder ein gemeinsamer Spaziergang freut sich ihr Umfeld sicher genauso wie über selbstgebackenen Kuchen oder die Obst- oder Gemüsesticks. Bieten Sie Hilfe an, wenn Ihnen auffällt, dass sie nötig ist.

Seien Sie sympathisch!

Natürlich sind wir alle davon überzeugt, sympathisch zu sein. Stimmt auch, fragt man unsere Freunde.

Doch Menschen, mit denen wir nicht besonders gut klarkommen, werden sicher unterschiedlich antworten. Achtsamer und strategischer Umgang zahlt sich hier besonders aus.

Die Frage nach seinem Befinden wird den Mitarbeiter, der seit Tagen angeschlagen wirkt, sicher freuen. Dinge, die für Sie mittlerweile selbstverständlich sind, bedeuten für andere evtl. eine gewisse Anstrengung. Also lassen Sie ihnen ein wenig Zeit. Ein Lob bei nächster Gelegenheit wird sich ebenfalls positiv auf das Verhältnis auswirken.

Sympathie und Beziehungen kann man aufbauen.

Versuchen Sie es mit folgender Übung:

Treffen Sie auf eine Person, mit der es immer wieder Konflikte gibt, überlegen Sie, was an ihr/ihm auch dem größten Kritiker positiv auffallen muss.

Vielleicht ist es die Zuverlässigkeit, mit der sie/er Aufgaben erfüllt, der gute Geschmack bei der Wahl der Kleidung, ausdruckstarke Augen, die freundliche Art, mit der sie/er am Telefon auch schwierige Kunden empfängt oder auch die Liebe, mit der sie/er die Pflanzen im Büro versorgt.

Was auch immer es ist, irgendetwas werden Sie finden.

Wenn Sie sich dies bewusst gemacht haben, wird sich das im täglichen Umgang widerspiegeln. Egal, ob ihr „Konfliktpartner“ diese neue Schwingung bewusst wahrnimmt oder nicht, er wird sie spüren und darauf reagieren.

Sie dürfen sich gerne wundern, wie leicht es manchmal ist, einer Beziehung eine positive Wendung zu verschaffen.

Und Achtung: Je schwieriger Sie die Beziehung zu einer Person beurteilen, desto mehr Zeit sollten Sie in den Beziehungsaufbau investieren.

Die Beziehungen zu den Menschen, die wir mögen pflegen wir schließlich auch.

Was bringt das für Sie?

Je stärker das Band der Beziehung, umso leichter wird es Ihnen fallen, kritische Themen und Konflikte anzusprechen!!! Ja, das ist der Lohn unsere Invests!
Also: laden Sie die Person, mit der es häufig schwierig ist doch direkt morgen zu einem Kaffee ein – digital oder in der Küche!

Starke Beziehungen bringen starke Teams hervor.

In einem solchen Umfeld ist es leichter, Gefühle zu zeigen, Konflikte anzusprechen und sie so konstruktiv zu lösen.

Freude am gemeinsamen Wachstum wünscht

Ihr Ilona-Vogel Team

Ilona Vogel im Interview mit Bürgermeisterin Maja Busse

Maja Buße lässt uns an Ihrer Rolle als Bürgermeisterin der Stadt Mittenwalde in Brandenburg und als Führungskraft an Ihrem Alltag teilhaben. Sie erzählt von Handlungs- und Kooperationsmöglichkeiten, die auch nachhaltig ein Gewinn aus diesen Krisenzeiten sein werden.
(Achtung, es findet eine Weiterleitung zu YouTube statt.)

Miteinander auf Distanz

Im Grunde ist Entfernung kein Hindernis (..), sich zu erreichen. Rainer Maria Wilke

Das Jahr 2020 ist Vergangenheit – die Pandemie leider nicht!

In den letzten Monaten haben wir bereits eine Menge Erfahrung mit Homeoffice und digitaler Führung gemacht, die ein oder andere Strategie ausprobiert, mit mehr oder weniger großem Erfolg….

Besonders für Führungskräfte war und ist es eine Zeit der neuen Herausforderungen – werden von ihnen doch Lösungen zu Problemen erwartet, die vor einem Jahr noch niemand kannte.

Aber auch Ihr Personal steht vor neuen Aufgaben: Neben der Arbeit für ihr Unternehmen müssen Kinder betreut und eventuell beschult werden, das Switchen zwischen den Rollen Mitarbeitender –  Vater/ Mutter erfolgt nicht täglich, sondern mitunter mehrmals stündlich. Da liegen oft die Nerven blank.

Und was bedeutet das für Sie und Ihre Führung?

Während bisher „Deadlines“ und Zahlen den Arbeitsalltag bestimmten, kämpfen Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nun im Homeoffice oft „ums Überleben“.

Sie benötigen Ihr Vertrauen und Ihre Aufmerksamkeit nun in besonderem Maße. Machen Sie deutlich, dass Ihnen die Schwierigkeiten und das mitunter herrschende Caos zu Hause bekannt sind und Sie Verständnis dafür haben, dass ein schreiendes Kind konzentriertes Arbeiten unmöglich macht. Geben Sie genügend Raum, Betreuungsprobleme zu lösen.

Es erfordert ein gewisses Maß an Arbeitsautonomie für den Mitarbeitenden, denn am Ende möchten Sie Ihre Teammitglieder gesund, leistungsfähig und erfolgreich aus der Krise führen!

Und wie läuft es im Team untereinander?

Sicher haben Sie weder Muße noch die Zeit dazu, in Ihren Teams ständig als Schiedsrichter zu fungieren. Das bedeutet, dass auch untereinander ein vertrauensvolles Verhältnis wichtiger ist als je zuvor.

Die Realität sieht anders aus: Die Kommunikation findet häufig schriftlich statt. Das lässt Raum für Interpretation. Konflikte sind da vorprogrammiert. „Wie hat er/sie das bloß wieder gemeint“, „Die glaubt wohl ich sitze zuhause nur vorm Fernseher, statt an unserer Präsentation zu arbeiten“ usw., usw.

Sicher, teambildende Maßnahmen könnten das Miteinander positiv beeinflussen, doch in Zeiten der Pandemie sind uns auch hier Grenzen gesetzt.

Um so wichtiger ist regelmäßiger Austausch, das Ansprechen von Konflikten und die Bitte an die MitarbeiterInnen, wertschätzend zu kommunizieren. Schließlich kämpft jede/jeder mit unterschiedlichsten Problemen in dieser besonderen Zeit.

Das Führen auf Distanz benötigt also weitaus mehr an Achtsamkeit. Während Sie in persönlichen Gesprächen Informationen über Aura, Gestik und Mimik transportieren, ist der Einfluss im digitalen Bereich doch eingeschränkt. Schriftliche Anweisungen werden gerne fehlgedeutet.

So können Konflikte vermieden werden:

  • Seien Sie sensibel für „Schwingungen“ – Nachfragen bezüglich des Verständnisses oder auch des Befindens vermeiden Unzufriedenheiten und Konflikte!
  • Achten Sie auf den Umgangston im Team und sprechen sie „Missstimmungen“ zeitnah an.
    Laden Sie die Mitarbeitenden dazu ein, einfach mal den Hörer in die Hand zu nehmen, um Unstimmigkeiten direkt anzusprechen.
  • Binden Sie die Teammitglieder in Entscheidungen ein.
  • Machen Sie wöchentliche „digitale Kaffeemeetings“ oder „Verabredungen zu telefonischen Spaziergängen“ zur Gewohnheit;
    sie geben Möglichkeit zu persönlichem Austausch

Und wie wäre es mit einer kleinen Challenge?

Das Zählen der Schritte während der telefonischen Spaziergänge z. B. spornt die Teammitglieder an, etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Setzen Sie auf die Kreativität Ihrer MitarbeiterInnen, sicher fällt ihnen ein für Ihr Unternehmen geeigneter Wettbewerb ein.

Machen Sie sich und Ihrem Team Edith Linvers‚ (dt. Schriftstellerin) Sprichwort zum Motto:

Wer Abstand hält, hat sich nicht unbedingt entfernt!

Wir wünschen viel Erfolg bei einem konfliktfreien Miteinander!

Ihr Ilona-Vogel GmbH Team